Die bildgebenden Verfahren Computertomographie, Kernspintomographie und Ultraschall

Einige Anmerkungen zur Technik

 

Bei der Computertomographie handelt es sich vom Prinzip her um eine Röntgenuntersuchung. Mit Hilfe eines leistungsstarken Computers werden Schicht für Schicht Bilder des Körperinneren dargestellt. Gegenüber der normalen Röntgenaufnahme ist damit bei bestimmten Erkrankungen eine präzisere Darstellung möglich. Häufig erfolgt die Untersuchung in einer sogenannten Spiraltechnik, bei der ein bestimmter Körperabschnitt, z, B. der Brustraum, spiralförmig kontinuierlich untersucht wird. Der Computer errechnet daraus Schichten in beliebiger Dicke, auch eine Darstellung in mehreren Körperebenen ist dadurch möglich.

 

Das Prinzip der Kernspintomographie/Magnetresonanztomographie (MRT) beruht dagegen auf einer Messung von elektrischen Signalen aus dem Körperinneren, die dadurch zustande kommen, dass der Körper einem stärkeren und zeitlich bzw. örtlich wechselnden Magnetfeld ausgesetzt wird. Die kleinsten Bausteine unseres Körpers, die Kerne der Wasserstoffatome, werden durch ein Magnetfeld ausgerichtet. Schaltet man das Magnetfeld aus, kehren die Atomkerne wieder in ihre Ausgangslage zurück und geben dabei messbare elektrische Signale ab. Durch hochfrequente Impulse wird das Magnetfeld dabei zeitlich und örtlich verändert, so dass ein leistungsfähiger Computer aus diesen unterschiedlichen elektrischen Signalen ein präzises Schnittbild des Körperinneren errechnen kann. Dabei liefern die einzelnen Gewebe des Körpers, z. B. Muskulatur und Fettgewebe, aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung auch unterschiedliche elektrische Signale und können damit in den Schnittbildern gut abgegrenzt werden.

Demgegenüber steht die weit verbreitete Anwendung des Ultraschalls (Sonographie).

Nicht nur in der radiologischen Diagnostik, sondern auch von vielen Fachdisziplinen und Allgemeinmedizinern wird die Sonographie in der diagnostischen Abklärung angewandt. Das Prinzip der Sonographie beruht auf dem Einsatz von höher frequenten Schallwellen. Die von dem Ultraschallkopf gesendeten Ultraschallwellen werden an den Grenzflächen unterschiedlicher Strukturen, z. B. Wasser/Fett oder Fettgewebe/Muskulatur in unterschiedlichem Ausmaß reflektiert.

Die von dem Gewebe im Körperinneren reflektierten Ultraschallwellen werden im Hinblick auf ihre Stärke und den Zeitabstand zwischen der gesendeten und der empfangenen Ultraschallwelle analysiert, aus diesen Daten errechnet der Computer das Ultraschallbild.

Vor- und Nachteile der Kernspintomographie

Ein großer Vorteil der Kernspintomographie ist im Gegensatz zur Computertomographie der hohe Weichteilkontrast, die verschiedenen Gewebe des Körpers lassen sich gut voneinander unterscheiden. Auch krankhafte Veränderungen, insbes. in der Darstellung des Gehirns, des Rückenmarks, der Leber und der Gelenke lassen sich dadurch präziser darstellen. Mit der Kernspintomographie sind Aufnahmen in allen Körperebenen möglich.

Sowohl bei der Computertomographie wie der Kernspintomographie wird bei der Untersuchung der Patient bequem auf einem Untersuchungstisch gelagert. Während bei der Computertomographie das Gerät aus einem Ring mit einer weiten Öffnung besteht, wird in der Regel die Kernspintomographie in einem tunnel-artig aufgebauten Gerät durchgeführt. Dies kann zu Schwierigkeiten bei Patienten mit starker Platzangst führen, dennoch lässt sich die Untersuchung meistens durch ergänzende Maßnahmen, z. B. einer Sedierung, durchführen. Ein weiterer Nachteil der Kernspintomographie ist der hohe technische Aufwand und die damit verbundenen sehr hohen Kosten der Untersuchung. Die Untersuchungszeit ist in der Regel in der Kernspintomographie länger.

Einige Anmerkungen zum Thema Sicherheit in der Kernspintomographie

Aufgrund des starken Magnetfeldes können Patienten mit

Herzschrittmacher,

Metallsplittern und älteren OP-Clips im Schädelbereich,

nicht in der Kernspintomographie untersucht werden.

 

Problemlos dagegen lassen sich dabei Patienten untersuchen mit

Herzklappen,

Stents (Metallgeflechte) in Herzkranz- oder Beckengefäßen,

neueren OP-Clips im Schädelbereich,

Metallimplantationen/-prothesen (z,.B. künstliches Hüftgelenk) einige Wochen nach der OP,

Bei Patienten mit Insulinpumpen, Schmerzpumpen und steuerbaren Ventrikeldrainagen ist manchmal eine Neueinstellung der Geräte erforderlich.

Bei Patienten mit schwerer Platzangst (Klaustrophobie) ist häufig die Untersuchung nach milder Sedierung, z. B. durch den Einsatz von Valium, möglich. Beachtet werden muß, dass der Patient 24 Stunden nach der Untersuchung kein Auto fahren darf, Die Fahrt zur Röntgenpraxis sollte also mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen. Auch ist es häufig sehr hilfreich, wenn der Patient mit einer Begleitperson (Verwandter, Freund bzw. Freundin) zur Untersuchung kommt.

Bei Patienten mit bestimmten Tätowierungen, insbes. solche mit einem hohen Eisengehalt der Pigmente, kann es während der Untersuchung zu einem Wärmegefühl kommen. Selten sind leichte Verbrennzungen der Haut im Bereich der Tätowierung beschrieben. Sicherheitshalber sollten Patienten mit Tätowierungen diese der die Untersuchung durchführenden MTA zeigen.

 

Dr. Markus Stuhrmann, Facharzt für Diagnostische Radiologie


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